Dampfross - Spiel des Jahres 1984

Dampfross

Dampfross - Spiel des Jahres 1984

Wer hat das Spiel Dampfross entwickelt?
Bei dem Brettspiel Dampfross handelt es sich im Prinzip um eines der ersten Wirtschaftssimulationspiele der Welt. Erfunden wurde das Spiel um 1970 von einem Lehrer aus Wales, der es ursprünglich nur zu Lehrzwecken entwickelte. David G. Watts nannte das Spiel Railway Rivals und wurde mehrfach dafür ausgezeichnet. In Großbritannien kam es dann bereits im Jahr 1973 auf den Markt, der Verlag Bütehorn führte es dann im Jahr 1979 auf dem deutschen Markt ein.

Die Wahl zum Spiel des Jahres
Schmidt-Spiele übernahm die Lizenz, und im Jahr 1984 wurde die überarbeitete Version zum Spiel des Jahres gewählt. Ein Jahr später war eine Erweiterung namens Dampfross 2 im Handel erhältlich. In Deutschland wurde das Spiel rund 300.000 Mal verkauft, im Jahr 1992 brachte der Laurin Verlag eine nochmals überarbeitete Version auf den Markt. Die Wahl zum Spiel des Jahres war eine Besonderheit, da eigentlich nur Neuerscheinungen zugelassen werden. Da das Spiel jedoch bereits seit 1979 auf dem Markt war, konnte von einer Neuerscheinung nicht mehr die Rede sein. Schmidt-Spiele hatte das Spiel jedoch so grundlegend verändert, dass die Jury ein Auge zudrückte und es mit auf die Auswahlliste setzte.

Worum geht es bei Dampfross?
Das Spiel eignet sich für Spieler ab 10 Jahren, es können zwei bis vier Personen teilnehmen. Bei Dampfross geht es um eine gute Strategie beim Streckenbau und einen sinnvollen Einsatz des vorhandenen Kapitals, um es während des Spielverlaufes zu vermehren. Jeder Spieler vertritt eine Bahngesellschaft, die ihr Netz an Eisenbahnstrecken ausbauen will. Dabei kann das Spiel in zwei unterschiedliche Phasen eingeteilt werden, nämlich die anfängliche Bauphase und die spätere Betriebsphase. Gespielt wird mit verschiedenen abwaschbaren Landkarten, die in mehrere Sechsecke unterteilt sind.

Bei seiner Markteinführung waren die Landkarten auf Deutschland, Frankreich und Teile der USA begrenzt. Später kamen dann noch Karten von Spanien, Italien, Schweden, Schweiz, Österreich, China, Russland, Indien, Zypern und England hinzu. Mit speziellen Stiften muss nun ein optimales Schienennetz auf den Karten aufgezeichnet werden, ohne die Eisenbahnstrecken der Mitspieler zu kreuzen. Die Bauphase endet erst, wenn alle Bahnhöfe an das Streckennetz angeschlossen sind. Für jeden Streckenabschnitt muss ein bestimmter Betrag bezahlt werden, der ganz vom Gelände abhängt. Wird in der Ebene gebaut, ist dies natürlich günstiger, als wenn ein Gebirge oder ein Fluss überquert werden müssen. Das notwendige Kapital für den Streckenausbau erhalten die Spieler durch Würfeln.

Nach dem Ende der Bauphase geht es darum, Kapital zu erwirtschaften, um die eigene Bahngesellschaft an die Spitze zu führen. Nachdem der Start- und der Zielbahnhof festgelegt wurden, kann jeder Spieler entscheiden, ob er an dem Wettbewerb teilnehmen möchte. Dabei besteht ein gewisses Risiko, da der Wettbewerb durch Würfeln entschieden wird. Der Spieler muss entscheiden, ob er dieses Risiko eingehen möchte, und ob der finanzielle Einsatz das Risiko wert ist. Der finanzielle Aufwand hängt davon ab, ob man das Ziel überwiegend auf einen Bahnabschnitten erreichen kann, denn für die Nutzung von fremden Streckenabschnitten muss etwas bezahlt werden. Es können sich auch zwei Spieler verbünden, dann können sie ihre Streckenabschnitte kostenfrei nutzen, allerdings muss bei einem Sieg auch die Prämie geteilt werden. 10 Prozent dieser Einnahmen können in gewissen Abständen für den Ausbau des Streckennetzes genutzt werden.

Unser Schlusswort
Das Spiel ist beendet, wenn eine gewisse Anzahl an Wettbewerben ausgetragen wurde, oder wenn einer der Spieler einen bestimmten Kontostand erreicht hat. Im Jahr 2004 wurde das Spiel Zug um Zug, ein Spiel des gleichen Genres, als Spiel des Jahres ausgezeichnet und kann somit als würdiger Nachfolger von Dampfross angesehen werden.